Die Kinderbrille - worauf Sie achten müssen

Bereits viele Vorschulkinder müssen aufgrund von Fehlsichtigkeiten und Stellungsfehlern der Augen eine Brille tragen. Dies ist auch gut so, denn einige dieser Sehschwächen können in diesem Alter noch korrigiert werden, sodass das Kind eventuell im Erwachsenenalter nicht mehr auf ein optisches Hilfsmittel angewiesen ist. Gerade Stellungsfehler der Augen, wie zum Beispiel das Schielen, können so noch berichtigt werden. Eine groß angelegte Studie deutscher Forscher zeigt: Anzahl der Bildungsjahre ist der entscheidende Faktor.


Erwachsenen- und Kinderbrillen unterscheiden sich


Vor allem in den Bereichen Verarbeitung, Material, Größe und Tragekomfort gibt es große Unterschiede zwischen Kinder und Erwachsenenbrillen. Kinder haben ganz andere Ansprüche und Bedürfnisse als Erwachsene an ihre Brille. Soll sie doch besonders stabil, trotzdem flexibel sein und jedes Herumtoben mitmachen. Herunterfallen, verrutschen, verbiegen – all dies und noch viel mehr muss eine Kinderbrille zweifelsohne ab können, da Kinder sich in ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht einschränken lassen. Deshalb werden bei der Herstellung von Kinderbrillen ganz besondere Materialien, wie Metalllegierungen und Kunststoffe, verwendet. Diese garantieren starre, aber doch elastische Bügel und hervorragende Eigenschaften wie Leichtigkeit und Widerstandsfähigkeit sowie Unempfindlichkeit. Besonders die Materialien Titan und Edelstahl sind hervorragend zur Herstellung von Kinderbrillen geeignet, vor allem wegen der Flexibilität und Leichtigkeit. Spezielle Beschichtungen wirken möglichen Allergien gegen das Material entgegen.


 

 

Grösse und Sitz der Kinderbrille


Die Größe der Fassung richtet sich selbstverständlich nach der Größe des Kopfes. Optimalerweise reicht der seitliche Rand der Brillenfassung maximal bis zum Schläfenrand. Nach unten hin liegt sie zwischen der Lid- und der Wangenhaut, also nicht auf den Wangenknochen auf. Nach oben hin sollte der Rand der Fassung am besten direkt unter den Augenbrauen enden. Ein »Drüberschauen« des Kindes über den oberen Fassungsrand muss auf jeden Fall verhindert werden.


 

Sollte eine höhere Kurz- oder Weitsichtigkeit vorliegen, ist es empfehlenswert, eine kleinere Fassung zu wählen, um die Gläser so leicht wie möglich zu halten. Ein Aufsetzen von Fassungen in unterschiedlichen Größen zeigt schnell, welche die Richtige für das Kind ist. Auch auf die Bügel muss geachtet werden: Die Bügelenden dürfen keine Druckstellen hinter den Ohren hinterlassen, müssen jedoch einen festen Halt gewährleisten. Bei Brillenfassungen für Kinder sind die Bügel oft so konstruiert, dass sie bis zum untersten Teil des Ohrläppchens reichen. Dies sichert den Halt optimal. Interessant zu beobachten: Diese Konstruktion findet man oft auch bei Sportbrillen für Erwachsene. Diese Bügel werden Spiralbügel genannt.



 

Für Kleinkinder werden Brillenfassungen mit eingearbeitetem, elastischem Gummiband angeboten, die den Hinterkopf des Kindes umschließen. Einer Verletzungsgefahr hinsichtlich der Scharniere, die die Bügel mit dem Mittelteil der Fassung verbindet, wird mit aufgesetzten oder eingearbeiteten Kunststoffkappen vorgebeugt. >Ein Risikobereich bei kleinen Brillenträgern ist die Nase, da sie einen Großteil des Brillengewichts trägt und der Nasenrücken des Kindes noch nicht voll ausgebildet ist. Ebenfalls speziell für Kinder gibt es deshalb so genannte Sattel- oder Schlaufenstege aus antiallergenem Kunststoff, die das Gewicht durch die große Auflagefläche verteilen und vom Augenoptiker individuell angepasst und nach Bedarf gewechselt werden können.
 


Für Kinder geeignete Brillengläser

 

Brillengläser für Kinder sollten vor allem wegen des geringeren Gewichtes aus Kunststoff sein. Obwohl dieser leichter zerkratzt als mineralische Gläser, ist der Tragekomfort mit Kunststoffgläsern bei den Kleinen erheblich höher. Der Augenoptiker kann hier beraten: Es gibt heute spezielle Oberflächenversiegelungen, die das Risiko des Zerkratzens der Gläser reduzieren. Eine Entspiegelung der Gläser sollte in jedem Fall vorgenommen werden, damit das Kind nicht durch irritierende Reflexionen im Sehfeld beeinträchtigt wird. Getönte Gläser sind dagegen nicht empfehlenswert, es sei denn, eine spezielle Augenkrankheit des Kindes macht dies erforderlich. Natürliche Lichtverhältnisse sind wichtig für das Wahrnehmen der Umwelt. Spezielle Brillenglasmaterialien im Kunststoffbereich sind bruchsicher. Der Augenoptiker kann auch hier beratend zur Seite stehen.
 


Der beste Ansprechpartner für den Kauf: Der Augenoptiker


 

Die Kinderbrille sollte in jedem Fall vom Augenoptiker angepasst werden und nicht per Internetversand bestellt werden. Der Augenoptiker beachtet jedes vorab beschriebene Kriterium und weiß ganz genau, welche die optimale Brille für Ihr Kind ist. Außerdem ist es für die Kinder ein größerer Spaß, sich gemeinsam mit den Eltern eine Brille auszusuchen, sie anzufassen und mehrere Fassungen anzuprobieren und führt so auch zu höherer Motivation, die selbst ausgewählte Fassung zu tragen.
Regelmäßige Kontrollen, kleinere Reparaturen – für all dies ist der Augenoptiker Ihr Ansprechpartner und ist im Bereich Service versiert. Auch kontrolliert er, ob der Sitz der Brille noch gegeben ist, ob die Gläser kratzfrei sind und/oder die Brille Verschleiß aufweist. Aber auch der Augenarzt spielt eine wichtige Rolle: Durch die Entwicklung und das Wachstum des Kindes verändern sich unter Umständen die Sehwerte der Augen, sodass eine Sehschärfenkontrolle regelmäßig durchgeführt werden muss. Der Augenarzt wird Ihnen genau sagen, in welchen Abständen die Kontrollen durchgeführt werden sollten.
 


Welche Kosten übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse?


Die Kosten für eine Kinderbrille übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse nur in eingeschränktem Maße. Besonders teure Materialien und eine individuell gewünschte, besonders hochwertige Verarbeitung werden von der Krankenkasse nicht getragen. Der Kostenaufwand für die reine Brillenfassung wird nicht erstattet, der für die Brillengläser richtet sich nach dem Alter und der Sehstärke des Kindes, maximal bis zum 18. Lebensjahr. Die Kosten für Reparaturen an der Brille werden von der Gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Private Krankenversicherungen haben diverse Angebote zur Übernahme der Kosten für die Kinderbrille. Sie unterscheiden sich aber von Versicherung zu Versicherung.


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Kommentare: 1
  • #1

    Ferdinand Schneider (Mittwoch, 27 Juni 2018 08:55)

    Leider hat meine Tochter keine guten Augen. Jetzt werde ich ihr eine Brille kaufen, aber ich weiß nicht, wonach ich suchen soll. Deshalb suche ich nach weiteren Informationen. Ich verstehe jetzt, dass Brillengläser aus Kunststoff besser sein, wegen des Gewichtes. Auch werde ich schauen, welche Kosten die Krankenkasse genau übernimmt.
    https://www.optiker-herrmann.at/de-at/brille/