Augen auf zum Schulbeginn!


Der Start in den Schulalltag stellt viele Kinder vor Schwierigkeiten und Unsicherheiten: Ängste, beispielsweise vor dem Schulbus, den anderen Kindern oder den unbekannten Räumen, die Angst, etwas nicht zu können…all das macht vielen Kleinen vor dem Schulstart zu schaffen. Geht es erstmal richtig los, vergessen die meisten Kinder diese Ängste und wissen meist gar nicht mehr, wovor sie sich gefürchtet haben.

Oft taucht aber dann ein ganz anderes, bisher unentdecktes Phänomen auf: Die Buchstaben und Zahlen an der Tafel verschwimmen und haben gar keine festen Linien. Beim Lesen rutschen die Buchstaben immer wieder zusammen und das Wort ist nicht erkennbar.

Über diese und auch andere Beobachtungen berichten Erstklässler immer wieder. Damit diese Probleme bereits im Vorfeld behoben werden können, ist ein Sehtest bereits vor der Einschulung eine große Unterstützung.

 

 

Der Einschulungstest – was wird in punkto Augen getestet?

 Beim Schuleignungstest werden die Augen in Form eines bekannten Sehtests meistens nicht überprüft. Visuelle Fähigkeiten werden oft nur in Form von Merkkärtchen oder ähnlichem getestet. Das Kind soll Farben, Formen oder Bilder zuordnen oder wieder erkennen können. Dies hat aber leider mit der allgemeinen Sehfähigkeit nicht allzu viel gemein und erlaubt keine Rückschlüsse, ob das kleine Mädchen oder der kleine Junge auch in der Ferne oder in der Nähe über einen längeren Zeitraum scharf sehen kann. Der Fokus liegt hier eindeutig auf der motorischen, sprachlichen und geistigen Entwicklung des Kindes.

 

 

Der »Einschulungs«SEHtest beim Augenoptiker

Da die Kleinen vor der Einschulung oft selbst nicht berichten, dass sie schlecht sehen – denn sie kennen ja kein anderes, visuelles Erlebnis – ist es sehr wichtig,
mithilfe eines Sehtests zu überprüfen, wie sehfähig das Kind ist. Der Augenarzt oder Augenoptiker hat die nötige Fachkompetenz, anhand technischer Geräte und umfassendem Fachwissen eventuelle Sehprobleme genau benennen zu können, sofern sie vorhanden sind.

Er untersucht die Augen des Kindes anhand von Bildertafeln oder des E-Haken- Tests auf eine Kurz- bzw. Weitsichtigkeit
oder eine Hornhautverkrümmung. Beim E-Haken-Test muss das Kind die offene Seite des Buchstaben E erkennen, welches in verschiedener Weise auf ein Blatt Papier gedruckt ist, auch umgekehrt, spiegelverkehrt usw.

Hierzu wird meist ein Auge blickdicht zugehalten oder abgeklebt, damit man auch eventuelle, einseitige Fehlsichtigkeiten entdecken kann. Sollte eine
Fehlsichtigkeit erkannt werden, ist der Augenoptiker auch weiterhin Ihr Ansprechpartner. Er wird Sie bei der Fassungsauswahl, der Gläserauswahl und den regelmäßigen Überprüfungen weiter betreuen. Erschreckende Ergebnisse lieferte eine Sehtest-Aktion, die in Berlin durchgeführt wurde: Rund 1.250 Kinder wurden getestet, von denen 43 % eine bisher unentdeckte Sehschwäche aufwiesen. Bei 98 dieser Kinder wurde die bereits vorhandene Brille überprüft: Mehr als die Hälfte der Gläser war nicht mehr korrekt auf die Sehstärke des Kindes eingestellt.

Auch die im Rahmen der gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen angesetzten Sehtests bieten leider keine ausreichende Sicherheit, da die Abstände der Untersuchungen zu groß sind. Von der U5 mit ca. sechs bis sieben Monaten bis zur U8, wenn das Sehvermögen das zweite Mal getestet wird, vergehen zwischen drei bis dreieinhalb Jahre.

Ein Besuch beim Augenoptiker oder Augenarzt lohnt sich bereits mit Kleinkindern: Diverse Sehfehler bei Kindern unter sieben Jahren lassen sich noch mit großem Erfolg nachhaltig korrigieren, beispielsweise durch den regelmäßigen Besuch in einer Sehschule und den Gebrauch optimaler Sehhilfen. Nach dieser Altersgrenze hat sich das Auge bereits so weit entwickelt, dass die Sehfehler nicht mehr ohne Brille oder Kontaktlinsen behoben werden können und die Kinder auch im Erwachsenenalter fehlsichtig bleiben.

 

Augenoptiker-Umschau

 


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